Hannover, 16.12.2025 – Eine wichtige Grundlage für die Nationalmannschaft des Rollstuhlhandballs in Deutschland ist gelegt: Dr. Meike Lüder-Zinke, Fachbereichsleitung Rollstuhlhandball im Deutschen Rollstuhl-Sportverband (DRS), ist die erste zertifizierte Klassifiziererin im Rollstuhlhandball in Deutschland. Sie nahm vom 24. November bis 30. November 2025 erfolgreich am ersten von der European Handball Federation (EHF) ausgerichteten Classifier Course Level 1 unter der Leitung von Kees van Breukelen teil.
Der international angebotene Classifier Course der EHF fand im Rahmen der Rollstuhlhandball-Europameisterschaft 2025 in Litauen statt und war auf eine teilnehmende Person pro nationalem Verband begrenzt. Mit der erfolgreichen Zertifizierung verfügt Deutschland erstmals über die fachliche Kompetenz, um Klassifizierungsprozesse im Rollstuhlhandball gemäß internationaler Standards auf nationaler Ebene durchführen zu können.
Die Klassifizierung ist ein zentrales Element im Behindertensport. Ihr Zweck besteht darin, Spieler*innen mit einer anerkannten Behinderung die Teilnahme an internationalen von der EHF/IHF durchgeführten Europa- und Weltmeisterschaften zu ermöglichen und ihnen den Weg zu sportlichen Höchstleistungen zu ebnen. Durch die Einteilung in Sportklassen wird ein Rahmen für faire und aussagekräftige Wettkämpfe geschaffen, indem die Auswirkungen der Behinderung auf das Ergebnis von Rollstuhlhandballwettkämpfen minimiert werden. Ziel ist es, dass sportliche Leistung – und nicht das Ausmaß der Behinderung – über Sieg oder Niederlage entscheidet. Die Klassifizierung bewertet dabei ausschließlich die Auswirkungen einer Behinderung auf die sportartspezifischen Anforderungen.
Der nationale Spielbetrieb im Rahmen der Rollstuhlhandball-Bundesliga (RHBL) ist bewusst inklusiv gestaltet und wird von Männern und Frauen, Jung und Alt sowie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam ausgespielt. Im Gegensatz dazu sind internationale Wettbewerbe der EHF und IHF ausschließlich Athlet*innen mit einer anerkannten Behinderung vorbehalten, weshalb dort eine Klassifizierung erforderlich ist. Die Qualifikation von Dr. Meike Lüder-Zinke schafft nun die Grundlage für den Aufbau einer deutschen Nationalmannschaft im Rollstuhlhandball und ermöglicht künftig die Teilnahme deutscher Spieler*innen an internationalen Wettbewerben der EHF und IHF.
„Ich bin sehr stolz, am ersten angebotenen Classifier Course der EHF teilgenommen und das Zertifikat erhalten zu haben. Ein weiterer wichtiger Step im Aufbau einer deutschen Nationalmannschaft ist erreicht!“ erklärt Dr. Meike Lüder-Zinke.
Die Zertifizierung fügt sich in den kontinuierlichen strukturellen Aufbau der Sportart ein. Mit der Einführung der Rollstuhlhandball-Bundesliga, der Weiterentwicklung des Regelwerks, dem Aufbau von Schiedsrichter*innen-Strukturen und der wachsenden Anzahl an Mannschaften entstehen Schritt für Schritt tragfähige Strukturen für diese junge Sportart.
Der Fachbereich Rollstuhlhandball im DRS gratuliert Dr. Meike Lüder-Zinke herzlich zur erfolgreichen Zertifizierung und dankt ihr für ihr langjähriges Engagement für den Rollstuhlhandball in Deutschland.